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Verfolgte Christen weinen um ihre Toten
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Geschrieben von Tobias Heinz   
Sunday, 20 March 2011

„Euer Friede stinkt nach unseren Leichen“

Mit der Demonstration „Religionsfreiheit ist keine Einbahnstraße“ haben Aramäer, Kopten, Syrer und andere Christen in Frankfurt auf die Christenverfolgungen in der Welt hingewiesen.

Am Rande der Demonstration von Ägyptern, Syrern, Irakern, Persern, Pakistanern und Deutschen kam es zu einer Demonstration von Linksextremen Faschisten, die den versammelten Ausländern und Deutschen Rassismus vorwarfen und nichts gegen die Ausrottung der christlichen Ureinwohner in ihren angestammten Heimatländern tun möchten.

Eine Reportage. Von Reinhild Rössler (Original auf "der Tagesspiegel" vom 14. März 2011)

Fast so groß wie sie selbst ist das Plakat, das das fünfjährige Mädchen vor seinem Bauch hält. Es zeigt eine blutüberströmte, verstümmelte Frau, deren Herz herausgerissen ist. Sie ist tot und brutal wurde in ihren aufgerissenen Mund etwas gestoßen – es ist ein Kreuz. Die Frau war Christin, dafür wurde sie misshandelt, vergewaltigt und ermordet.

 

Aufruf zur Demo gegen Christenverfolgung


Das Kind dreht sich zu seiner Mutter um. Mit fast tausend anderen Menschen stehen sie am Samstag auf dem Vorplatz des Frankfurter Hauptbahnhofs. Sie halten große Banner und Kreuze in der Hand. Überall sind verstümmelte Menschen und zerfetze Säuglinge auf den Plakaten zu sehen. Das Anliegen der Menschen wird schnell deutlich. Auf den Spruchbändern sind Forderungen zu lesen wie „kein Ägyptenurlaub, solange dort Christen getötet werden“.

Es sind Christen, die sich dort versammeln. Die Gruppe ist in keiner Weise homogen. Es sind Familien und Priester, Alte und Junge aus den verschiedensten Milieus und Nationen. Neben aramäischen und koptischen Gemeinden wird die Demonstration auch von den Freien Wählern, der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, der Gesellschaft für bedrohte Völker und dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, unterstützt. Die Christen solidarisieren sich gemeinsam gegen die Verfolgung ihrer Mitbrüder. Wie weit das Problem der Christenverfolgungen reicht wird in der Bandbreite der verschiedenen Herkunftsländer deutlich. Es sind Menschen aus Pakistan, Ägypten, der Türkei, dem Iran und anderen islamischen geprägten Staaten. Sie blockieren den Eingang des Bahnhofs. Es ist aber eine friedliche Demonstration, die sich in Richtung Innenstadt bewegt. Doch mitten in der Menge ist die Angespanntheit und Wut der Menschen deutlich zu spüren. Die Rufe beginnen. „Frieden und Freiheit für Menschen im Irak!“, „Frieden und Freiheit für Menschen in Ägypten!“, „Frieden und Freiheit für Christen auf der Welt!“

Überall auf der Welt werden heute Christen verfolgt. Besonders in den islamischen und kommunistischen Ländern sind die Repressionen stark. Der koptische Bischof Anba Damian erklärt im Gespräch mit dieser Zeitung, dass der Auslöser für die Demonstration die ununterbrochene Serie von Gewalt ist, die vor allem in Ägypten gegen die syrischen Christen gerichtet wird. Er sagt, dass solange das Gesetz der Scharia die Ermordung von Christen nicht bestraft, weiterhin Christen sterben werden, während ihre Mörder frei herumlaufen. „Scharia ist Völkermord“, rufen die Männer an den Megafonen. Die Masse stimmt ein, sie ruft es immer lauter, es sind vor allem Stimmen von jungen Männern und Frauen.

Vorbei an türkischen, iranischen und pakistanischen Lokalen bewegt sich die rufende Menge weiter, die rote Ampel ignorierend. Die Ansammlung von beobachtenden Menschen an den Straßenseiten wird immer größer. Doch die Blicke sind weder abfällig, noch genervt oder wütend. Es sind interessierte, aber uninformierte Menschen, die die vielen Flugblätter entgegennehmen und die Blicke auf die Plakate richten.

Christenverfolgungen, die es überall in der Welt gibt, werden weitgehend verschwiegen. Ein Vertreter der Jungen Aramäischen Union, die mit der überkonfessionellen Gruppe „Himmel über Frankfurt“ die Demonstration veranstaltet, begründet das in seinem Grußwort. Er klagt an: „Ihr verschließt die Augen vor der Welt, damit unser Blut nicht euer Bild von der heilen Multikulti- Gesellschaft zerstört!“. Sie wollen Aufmerksamkeit. Vor allem die Aufmerksamkeit der Politik und der Medien. Der junge Mann kann den geheuchelten Frieden nicht mehr ertragen, der „nach dem Verwesungsgeruch unserer Leichen riecht“. Die Aufmerksamkeit in Frankfurt ist ihnen auf dem Platz vor der Katharinenkirche sicher, wo die Unterstützer der Demonstration, gegenüber den Wahlkampfständen der Parteien, ihre Grußworte, verlesen. Dabei werden die Forderungen in den Reden, auf den Flyern und an den Ständen der Menschenrechtsgesellschaften klar. Die Scharia als Hauptquelle allen Rechts in islamischen Ländern muss abgeschafft werden. Das Recht auf freie Wahl und Ausübung der Religion muss gewährleistet sein. Und „wer hier für interreligiösen Dialog eintritt, der muss auch dafür einstehen, dass wir in unseren Ländern unsere Religion leben können!“.

Drei junge Mädchen jubeln dem Vertreter der aramäischen Union zu. Die 17-jährige Katharina, türkischen Ursprungs, die mit ihren Freundinnen für die Demonstration aus Heilbronn angereist ist, berichtet: „Unsere Familien in der Türkei können ihre Religion nicht frei ausleben. Sie werden unterdrückt und benachteiligt!“ Maria (19) sieht die Demonstration für das Wenigste an, was sie an Solidarität zeigen kann, wenn sie die Ungerechtigkeit an ihren eigenen Bekannten erlebt.

Auch Bischof Damian hat, während er erklärt, warum er in Deutschland an die Öffentlichkeit geht, Feuer der Leidenschaft für sein Volk in den Augen. Es ist aber auch ein Feuer der Freude. Er ist froh, dass die katholischen und evangelischen Christen und alle Konfessionen in Deutschland sich „auch im Bewusstsein der Christenverfolgungen in ihrer eigenen Geschichte“ mit den Syrern, Kopten, Aramäern und allen anderen verfolgten Christen solidarisieren. Bevor er auf die Tribüne geht, um sein Grußwort zu halten, sagt er zuversichtlich: „Wir schauen auf die Zukunft voller Hoffnung!“. Er lächelt, dreht sich um und lässt den Blick auf das Plakat hinter ihm frei, dass die ermordete Frau mit einem Kreuz im Mund zeigt.
Letzte Aktualisierung ( Sunday, 21 August 2011 )
 
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